4.1 Die Darstellung und
Beschreibung
eines Wappens
Das Wappen wird zumeist in der Form von Helm und Schild dargestellt,
dies
ergibt sich aus seiner Entstehungsgeschichte. Bei der bildlichen
Darstellung
eines Wappens kann der Schild alleine stehen, denn er bildet das
Herzstück
eines jeden Wappens. Ihm folgt in der Bedeutung der Helm und erst dann
kommen
die sog. Prunkstücke.
Wenn der Schild nicht
stehend (also
mit waagerechter Oberkante) dargestellt wird, sondern gelehnt (also
schräg
stehend), dann muss er nach heraldisch rechts gelehnt sein, da der
Schild
am linken Arm getragen wurde. Die Ausnahme von dieser Regel bilden
Allianzwappen
oder auch die Wappen von Ehepartnern - hier werden die Schilde einander
zugeneigt
abgebildet. Hier sehen Sie die Darstellung eines Wappen mit Schild und
Helm:

Die wesentlichen
Bestandteile eines Wappen sind:
1. Der Schild
2. Der Helm
3. Die Helmzier/Helmkleinod
4. Die Helmdecken
Neuere Bestandteile, die nicht wesentlich für ein Wappen sind:
5. Die Rang- und
Würdezeichen
6. Die Schildhalter
7. Die Wappenmäntel, Fahnen, Orden
8. Die Wappen- und
Wahlsprüche
Schon beim Aufriss eines
Wappens muss der Zeichner beachten, dass die
Grundregeln
der Heraldik, die Übersichtlichkeit und die Klarheit des Wappens
gewahrt
werden. Die Klarheit wie auch die Übersichtlichkeit gründen sich in der
Entstehungsgeschichte
der Wappen - im Kampf brauchte man ein klar zu erkennendes Zeichen zu
Identifizierung.
Die existierenden vielgeteilten Wappen, wie z.b. des englischen
Königshauses
oder Hohenzollern drücken zwar den Anspruch der Geschlechter auf all
diese
Wappen aus, doch widersprechen sie eklatant den Grundregeln. Auf den
ersten
Blick zu erkennende Wappen sind z.b. das Hamburger Stadtwappen oder
auch
das Wappen des Landes Niedersachsen.
Für die Beschreibung von Wappen entwickelte sich eine eigene
Kunstsprache,
der Blason. In Deutschland
setzte sich diese Kunstsprache jedoch erst
im
19. Jahrhundert durch. In Frankreich und England wurde sie jedoch in
den
Jahrhunderten der Wappenverwendung entwickelt und bis heute verwendet.
Die
Blasonierung, also die Beschreibung eines Wappens bemüht sich immer um
Kürze.
Dabei ist alles wegzulassen, was selbstverständlich ist. So fehlt in
der
Beschreibung immer die Form des Schildes oder des Helmes - wichtig ist
die
Gestaltung des Wappens nicht der Trägerschild.
Bei der Blasonierung des Schildes wird immer vom Standpunkt des Trägers
aus
beschrieben. Damit ist die in der Abbildung linke Seite die heraldisch
rechte
oder vordere Seite. Die in der Abbildung rechte Seite ist somit die
heraldisch
linke oder hintere Seite.
Auch die Reihenfolge der Beschreibung ist in den heraldischen Regeln
festgelegt. Hat der
Schild
ein Herz- oder Mittelschild steht dessen Beschreibung in der Regel
voran,
gefolgt von der Beschreibung des Hauptschildes. Ist ein Schild geteilt, werden
zuerst die Teilungen erwähnt. Dann beginnt man immer
in
der rechten oberen Ecke, dies ist die vornehmste Stelle des Wappens und
endet
in der linken unteren Ecke. Diese Bewertung der Felder kann für die
späteren
Geschlechter- oder Territorialwappen von Bedeutung sein, denn die
Anordnung
kann eine Wertung durch den Träger andeuten. Um bei der Blasonierung
die
Übersichtlichkeit zu wahren, werden die Felder numerisch aufgezählt.
Zuerst wird immer die Farbe des Feldes bestimmt und dann werden die im
Feld
befindlichen Figuren erwähnt. Die Stellung der Figuren wird nur dann
erwähnt,
wenn sie von der normalen, nach rechts gewandten abweicht. Wenn mehrere
Figuren
im Feld sind, wird ihre Anordnung angegeben, z.B. 1:2 => eine Figur
oben,
zwei unten. Auch Dinge wie die besondere Färbung z.B. der Klauen oder
das
Tragen einer Krone werden erwähnt.
Im Blason folgt auf den Schild die Beschreibung der Helmzier und der
Helmdecken.
Bei zwei Helmen wird zuerst der rechte beschrieben, bei mehreren Helmen
wird
mit dem mittleren/rechten mittleren begonnen und dann jeweils zwischen
rechts
und links gewechselt. Auch die Helme werden dann nummeriert. Die Form
des
Helmes wird nicht angeben. Die Angabe, ob ein Helmwulst
oder eine Krone vorhanden sind, ist jedoch wichtig.
Bei der Helmdecke wird als gegeben angenommen, dass die Farbe außen
erscheint
und das Metall innen, daher werden hier auch nur die Farbe und das
Metall
angegeben.
Für den Blason gilt, dass er so eindeutig sein muss und alles meldet,
was
vom üblichen abweicht. Einem heraldischen Zeichner muss es möglich
sein,
allein aufgrund des Blasons ein Wappen aufzureißen.